E-Rechnung · Deutschland · § 14 UStG

E-Rechnungspflicht in Deutschland

Die Empfangspflicht läuft seit dem 1. Januar 2025. Die Versandpflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 € Umsatz beginnt am 1. Januar 2027, für alle anderen am 1. Januar 2028.

Stand: 14. September 2026 · Erstveröffentlichung 7. Mai 2026

BT-10 ist im B2B optional und genau deshalb gefährlich

Der 800.000-Euro-Schwellenwert ist eine Steuernummer-Frage, keine Konzern-Frage

Die EDI-Übergangsklausel ist enger als die meisten denken

Akzeptierte Formate, knapp

XRechnung 3.0.2UBL oder CII, KoSIT-Standard. B2G-Pflicht, B2B-üblich. Häufigste Stolperfallen: BR-DE-15 (Käuferreferenz), BT-49 (Zahlungsmittelcode) und die Leitweg-ID in B2G-Szenarien.
ZUGFeRD 2.xPDF/A-3 mit eingebetteter CII-XML. Die Profile EN 16931 und EXTENDED sind EN-16931-konform; MINIMUM, BASIC WL und BASIC sind es nicht. Reibungsärmster Übergang aus PDF-Workflows.
Peppol BIS Billing 3.0Übertragungsweg, nicht Format. Wichtig für ViDA 2030, optional für rein nationale Geschäfte.

Drei Fragen an Ihr ERP-Team

  1. 01Kann Ihr System BR-DE-15 in jeder ausgehenden Rechnung füllen? Standardmäßig steht das Feld leer. Es muss aus den Buyer-Master-Daten kommen — und der Buyer-Master muss aktuell sein.
  2. 02Welche XRechnung-Version validieren Sie aktuell? Die KoSIT-Specs ändern sich regelmäßig, aktuell gilt 3.0.2. Wer noch gegen 2.3.1 oder die Erstausgabe von 3.0 prüft, erzeugt teilweise nicht konforme Rechnungen.
  3. 03Was passiert, wenn Ihr System eine eingehende XRechnung mit BT-49 = „ZZZ“ (Mutually defined) annimmt? Der Code ist gültig, aber viele Buchhaltungssysteme behandeln ihn als unbekannt — die Rechnung landet in der manuellen Bearbeitung. Das ist nicht Ihr Compliance-Problem, aber Ihr Reklamations-Problem.

Was sich 2026 sonst noch geändert hat

EN 16931-1:2026Im März 2026 in der definitiven Fassung veröffentlicht; das Schematron-Paket v1.3.16 folgte am 10. April 2026 (Repository). Nicht rückwärtskompatibel — Pipelines, die noch gegen ältere Schematron-Versionen prüfen, erzeugen möglicherweise lokal konforme Rechnungen, die am Access Point abgelehnt werden.
Peppol G2-ZertifikatsketteAm 1. April 2026 widerrufen. Access Points, die nicht migriert haben, sind offline. Wenn Ihr Peppol-Anbieter im Q1 2026 nicht proaktiv kommuniziert hat, lohnt sich die Rückfrage.
KoSIT-SpezifikationUpdates erscheinen regelmäßig. Die kanonische Version steht unter xeinkauf.de/xrechnung; im Changelog halten wir jede regulatorische Änderung mit Datum und Quelle fest.
Häufige Fragen
Gilt die E-Rechnung-Pflicht auch für Kleinunternehmer (§ 19 UStG)?
Empfangspflicht ja — seit 1. Januar 2025 ohne Umsatzgrenze. Auch Kleinunternehmer mit B2B-Geschäften müssen strukturierte Rechnungen verarbeiten können. Versandpflicht greift erst ab 1. Januar 2028 für alle, vorher umsatzabhängig (über 800.000 € ab 2027). B2C bleibt komplett ausgenommen.
Was ist die Strafe für nicht-konforme Rechnungen?
Im B2G werden nicht-konforme Rechnungen vom ZRE-Portal abgewiesen — keine Zahlung. Im B2B hat das Wachstumschancengesetz keine direkten Bußgelder vorgesehen, aber: der Empfänger kann den Vorsteuerabzug verlieren, was im Streitfall (Audit, Insolvenzverfahren) sehr teuer wird. Mit dem Inkrafttreten der Versandpflicht ab 2027 ist mit verschärfter Durchsetzung zu rechnen, auch wenn die konkrete Sanktionsmechanik noch nicht spezifiziert ist.
Brauche ich Peppol für die deutsche E-Rechnung-Pflicht?
Nein. Peppol ist einer von mehreren zulässigen Übertragungswegen. E-Mail mit XML-Anhang oder ZUGFeRD-PDF erfüllt die Pflicht ebenso. Aber: für grenzüberschreitende EU-Geschäfte und die ab 2030 geltende ViDA-Pflicht ist Peppol-Anbindung der einfachste Pfad. Wer rein national arbeitet, kann auf Peppol verzichten — alle anderen sollten die Anbindung in den 2027er-Roadmap-Plan aufnehmen.

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Quellen und weiterführend

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